Der Markt der Möglichkeiten ist nicht die Gestaltung des Marktplatzes!

Kommunalentwicklung – Digital

Ganderkesee war ja schon immer vorne dabei, wenn es um die Nutzung des technischen Fortschritts ging. Als andere Kommunen noch behaupteten, dass man das Internet vernachlässigen könne, da hatte Ganderkesee schon ihren ersten Auftritt im Netz.  Als das Internet mobil wurde, auch da war Ganderkesee mit der Ganderkesee-APP ganz vorne dabei. So kann sich heute jeder die APP kostenlos auf sein Smartphone laden und hat eine Fülle von Informationen inklusive Schadensmelder immer griffbereit.

Auch die Geschäfte in Ganderkesee setzen auf das Internet. Sie präsentieren Waren und Dienstleistungen. Zum Teil kann man über ihre Homepage auch schon Bestellungen abgeben. Hier ist allerdings noch „viel Luft nach oben“.

Nichts wird so schnell alt, wie eine Internetanwendung. Gestern auf den Markt gebracht- heute veraltet. Daher meine ich, es ist an der Zeit, den nächsten Schritt einzuleiten.

Reutlingen macht es vor.  „Städte und Gemeinden können Digitalisierung nicht ignorieren oder gar stoppen“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Bosch bei einer Pressekonferenz. „Sie können die Digitalisierung jedoch als Chance für die zukünftige Entwicklung begreifen, weswegen wir uns mit dem Forschungsprojekt Smart Urban Services auf den Weg gemacht haben.“ (30.6.2017)

Nähere Infos kann der geneigte Leser erhalten, wenn er den Links unten folgt.

Das Medium der Zukunft – wer nutzt noch den PC?

Ein schön gestalteter Marktplatz in Ganderkesee, der zum Verweilen einlädt, gehört zur Entwicklung Ganderkesees unbedingt dazu. Wenn man auf dem Weg dahin aber auch auf Sonderangebote im Schuhhaus Denker oder auf die frisch eingetroffene Lieferung von Top Jeans in nämlicher Scheune hingewiesen wird, das wäre doch mal ein Aufmerksamkeitsgewinn! Der Marktplatz ist wichtig, aber er ist nicht der Markt der Möglichkeiten. Ich staune ja auch immer, wieviele Menschen in Ganderkesee – und das sind beileibe nicht nur Jugendliche – permanent das Smartphone vor der Nase haben. Ich denke da nur immer: hoffentlich stolpern sie nicht. Es ist aber das Medium der Zukunft. Immer dabei, handlich und voller Infos.

Reutlingen ist eine Großstadt mit 100.000 Einwohnern. Da stehen ja ganz andere Mittel zur Verfügung. Außerdem ist das Projekt dort von der Bundesregierung gefördert. Man muss in Ganderkesee ja nicht gleich alles auf einmal machen. Aber es ist Zeit loszugehen. Es sei denn, man will die Zukunft verschlafen.

Herzlichst

Ulf Moritz

 

Die Mitteilung der Stadt Reutlingen:
https://www.reutlingen.de/de/Aktuelles%2BInfo/Nachrichten/Nachricht?view=publish&item=article&id=10017

Der Artikel in der Reutlinger Tageszeitung:
http://www.gea.de/region+reutlingen/reutlingen/was+die+neue+smart+city+app+alles+kann.5408919.htm

Ganderkesee hat die Ganderkesee-App
https://www.gemeindeganderkesee.de/ganderkeseeapp.html

Allgemeine Erläuterung Smart Services vom Frauenhofer Instiut:
https://www.youtube.com/watch?v=i1opVJynSMI

 

2 Gedanken zu „Der Markt der Möglichkeiten ist nicht die Gestaltung des Marktplatzes!“

  1. Ansatzweise, lieber Ulf, magst du ja Recht haben. Aber eben lediglich ansatzweise. Das Internet kann nämlich nur ein Teil der Lösung sein. Genauso wie die längst überfällige Umgestaltung des Marktes, und zwar nicht die „Aufhübschung“, sondern die fehlende Anbindung der dortigen Parkplätze an die Rathausstraße. So wie es seit Gestaltung dieses Platzes vor mehr 3 Jahrzenhnten immer wieder gefordert wurde. Und immer wieder aufgeschoben wurde. Da beschließt man im Gemeinderat lieber die Möglichkeit eines Verbrauchermarktes, für den es (lt. mehrerer Gutachten!) eigentlich gar keinen Bedarf gibt. Wichtiger wäre es da, zu überlegen, wie der Ortskern wieder an die Kundenströme angeschlossen werden kann. Da nützt es auch nichts, wenn mein Geschäft lt. letztem dieser Einzelhandelsgutachten schon „eine Besonderheit darstellt“. Das Internet, namentlich die Firma mit dem großen A, ist nur die Folge anderer Fehler. Es ist der Totengräber aber nicht die tödliche Krankheit. Denn was nützt eine Internetseite, die sogar smartphonefähig ist, was nützt die Teilnahme am mobilen Einkauf per LChoice-App, wenn dies nicht zur Kenntnis genommen wird weil der Ortskern von Ganderkesee bei vielen, vor allem jungen Konsumenten gar nicht mehr präsent ist? Zum Teil sicherlich auch weil der Geschäftsbesatz schon etwas lückenhaft ist. Und da sind dann doch Politik und Verwaltung gefordert, endlich mal „in die Puschen zu kommen“. Da wäre z.B. die schon längst beantragte Lückenbebauung nicht nicht unwichtiger Schritt. Und ein „Kümmerer“ oder wie man diese Funktion auch nennen mag. Der Ortskern gehört auf der Agenda von Rat und Verwaltung ganz nach oben, die Bank auf er geschoben wird darf nicht noch länger werden, sonst haben wir hier irgendwann einmal, Rat und Verwaltung mögen es verhüten, einen toten Ortskern. Und den anschließend wieder zum Leben zu erwecken ist ´ne Menge teuerer als alles was heute durch auf- / verschieben ggf. eingespart wird!

    1. Hallo Gustav, du hast ja recht und es ist überhaupt kein Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Der Schwerpunkt meiner Beiträge soll aber nicht Vergangenheitsbewältigung sein. Wir müssen von dem was ist – und was viele Kunden in Ganderkesee auch wollen – ausgehen. Und sie wollen eben auch große Supermärkte mit Parkplätzen davor. Sie wollen aber zusätzlich die lieben kleine Geschäfte vor Ort, die Cafés, die Grünanlagen. Das Konzept von Reutlingen ist nur ein Ansatz, allerdings einer, der die Bedürfnisse der Menschen heute und vielleicht auch morgen berücksichtigt. Devise: Weiterdenken.
      Herzlichst
      Ulf Moritz

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