Sackgasse

In der Sackgasse gelandet?

Thema der letzten Tage und noch nicht beendet: Die Diskussion um die Gestaltung des Marktplatzes in Ganderkesee, um die „Anbindung der Rathausstraße“ an Famila. Erregt geführt, manchmal sogar aggressiv, manchmal resigniert. Die einfache Wahrheit sprach eine der Anwohnerinnen vor ein paar Tagen aus: „Die Entscheidung das Zentrum des Ortes zu verlagern, fiel mit der Entscheidung, Famila so zu bauen, wie es jetzt ist.“ So schlicht ist die Erkenntnis. Und ebenso schlicht ist die Feststellung: Die Hinweisschilder, die ins Zentrum führen sollen, zeigen in die verkehrte Richtung:

Schild Zentrum
Richtung Zentrum

Das Zentrum ist mit Famila und Rossmann einerseits und Aldi/ Inkoop andererseits längst ausgewandert. Die OLB und die LzO haben das begriffen und ziehen hinterher. Im Ausschuss am 21.4. wurde die Bedeutung der Sichtachse von der Rathausstraße zur Grüppenbührener Straße betont. Wir schauen durch das Loch, welches zu Famila führt? Es wurde diskutiert, ob Hochbeete in oder out sind. Wie der Landschaftsgärtner Kreye sagte: „Das Motto ist: Erlebnis am Markt“

Am 3.Mai dürfen berufene Verbände und bestimmte Bürger nochmal ihre Meinung sagen. Das war es dann aber auch. Wie ein Ratsmitglied kürzlich sagte: „Man muss jetzt auch mal zu einem Ende kommen!“ Also gar keine Diskussion mehr?

Jedenfalls ist die Diskussion um die Verbindung zwischen dem neuen Zentrum bei Famila Rossmann und Inkoop Aldi und der alten Rathausstraße in eine Sackgasse geraten. Zeit zum Nachdenken. Zeit zur Umkehr, denn da geht es offensichtlich nicht weiter.

Jetzt kommen also die neuen Vorschläge, so von Werner Hagstedt, der den großen Parkplatz hinter Olympia mit Wohnhäusern bebauen will: „Die Gemeinde sollte überlegen, wie sie den Ortskern  durch mehr Wohnungen stärkt, Wohnungen für alle, auch für Ältere“ (Interview in der NWZ am28.4.) In einem Leserbrief wird am 30.4. vorgeschlagen, auch den Marktplatz mit Wohnungen zu bebauen und den Markt selbst vor das alte oder neue Rathaus zu verlegen. Interessante Vorschläge, die eines gemeinsam haben: Wir geben die Rathausstraße als Geschäftsstraße auf. Eine Möglichkeit.

Ich hätte da einen ganz anderen Vorschlag und der beginnt mit dem Blick auf den Ortsplan.

Ortsplan mit Textilgeschäften
Leerstände und Textilgeschäfte im Ortskern

Was man sehen kann ist, dass es eine Reihe von Textilgeschäften (schwarzer Kreis mit rotem T) in der Rathausstraße gibt. Drumherum in der Bergedorfer Straße, Ring und Grüppenbührener Straße auch noch vereinzelt einige. Dazu gibt es einige Leerstände.

Nun überlegen wir mal, wie Menschen und besonders wie Frauen „Klamotten“ einkaufen: Mit einem ganz speziellen Ausdruck von gespannter Aufmerksamkeit bewegen sie sich von Kleiderständer zu Kleiderständer und erfassen dabei vollständig, was daran hängt, fischen aus hunderten von Blusen die Richtige heraus, probieren sie an, um die Idee dann doch wieder zu verwerfen. Eine bewundernswerte Fähigkeit, die mir vollständig abgeht. Dann wandern sie entspannt lächelnd weiter zum nächsten Geschäft, trinken vielleicht zwischendurch mit der Freundin noch eine Latte, beantworten eine Reihe von WhatsApp Nachrichten, um anschließend den  nächsten Laden zu entern. Und wieder das ganze von vorne. Zum Schluss, das heißt nach fünf sechs Geschäften zeigt man sich gegenseitig wiederum bei einem Kaffee die  Ausbeute des Tages.

Das ist nicht das „Erlebnis am Markt“ á la Kreye sondern das ist das Spaß am Einkaufen wie es tagtäglich stattfindet. Was in Ganderkesee zu diesem Spaß fehlt, ist dass wir hier nur eine sehr begrenzte Auswahl an Textilgeschäften haben. Es fehlen auch die Läden, die insbesondere junge Frauen ansprechen. Hier gäbe es was zu tun.

Also zusammengefasst ist die Idee:

  • Die Rathausstraße wird zu einer eigenständigen Einkaufsstraße mit einem Schwerpunkt: Kleidung. Leerstände für weitere Läden gibt es (leider) genug.
  • Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Ganderkesee stürzt sich mal für eine zeitlang auf diese Themen: gezielte Anwerbung von Firmen, die in Ganderkesee zusätzliche Bekleidungsgeschäfte aufmachen können und Vermittlung von Geschäftsräumen (Leerstandsmanagement machen sie ja schon!)
  • Gantermarkt und Wirtschaftsförderung entwickeln ein Marketingkonzept für „Einkaufen in Ganderkesee“ mit einer klaren Schwerpunktsetzung: „Kleider machen Leute – Ganderkesee zieht sie an!“

Es ist eine Idee von vielen möglichen. Wohnstraße mit Büros, das ist auch eine Idee, aber dazu ist mir die Rathausstraße zu schade.

Also: Raus aus der Sackgasse. Das Denken ist freigegeben!

Herzlichst
Ulf Moritz

 

 

 

 

 

 

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