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Bezahlbarer Wohnraum in Ganderkesee

Wo ein Wille ist….
Wenn da ein Wille wäre!

Wohnungen in Ganderkesee sind rar. Das weiß man nicht erst seitdem man Flüchtlinge unterbringen muss. Das merkt jedes Paar, das zusammenziehen möchte und nicht sofort das Geld auf den Tisch legen kann, um ein Haus zu bauen oder zu kaufen, wobei letzteres inzwischen auch schwierig geworden ist, selbst wenn man das Geld hat. Finde mal ein Haus! Das spürt jeder, der wegen einer Trennung oder wegen Tod des Partners plötzlich eine neue, kleinere Wohnung sucht. Das weiß auch jede Firma, die versucht, neuen Mitarbeitern bei der Wohnraumbeschaffung zu helfen.

Problem erkannt. Von den Parteien: Anträge satt.

Ergebnis in der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung am 24.9.15: „Die Voraussetzungen für den Bau von Sozialwohnungen in der Gemeinde müssen durch Ausweisung von geeigneten Baugrundstücken im Rahmen der Bauleitplanung geschaffen werden. Dazu sind in den jeweiligen Aufstellungsverfahren die entsprechenden Beschlüsse zu fassen.“

Ja und ?

Zur Klarstellung: Die Gemeinde wird – wie jetzt im Februar bei der Köhlerwiese geschehen – im Rahmen der Bauleitplanung die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern zulassen. Ob diese Häuser günstigen Wohnraum bieten, hängt vom Investor Schüttke Bau ab. Die Schreiben auf Ihrer Homepage: „Die Firma Schüttke-Haus-Bau Projektentwicklung GmbH aus Bookholzberg möchte auf der Wiese bis zu zwölf Grundstücke für Mehrfamilienhäuser erschließen – idealerweise ab Mitte dieses Jahres. Auch ein Spielplatz soll auf der Netto-Baufläche von etwa 16.000 Quadratmetern entstehen.“

Über die Mietpreise der Wohnungen ist damit nichts gesagt. Sozialwohnungen werden es auf jeden Fall nicht, denn dazu wäre es notwendig, dass es ein „Wohnraumversorgungskonzept“ gäbe, welches aber erst vom Landkreis Oldenburg erarbeitet werden muss. (Ist in Arbeit)

Nach einer Studie des Pestel Instituts fehlen im Landkreis rund 2000 Wohnungen. Nach Stefan Körner (GSG Oldenburg) ist es klar: „Der freie Markt richtet es jedenfalls nicht.“

Das heißt: Mit der Bauleitplanung ist es nicht getan. Wenn es in Ganderkesee einen ernsthaften Willen zur Schaffung von bezahlbaren Wohnungen gibt, gibt es auch einen Weg: Selber machen.

Bauland kaufen. Bauleitplanung aufstellen und selbst Wohnungen bauen. Dabei kann man auch politisch festlegen, wie viele der Wohnungen „Sozialwohnungen“, also mit Landesmitteln geförderte und an einen bestimmten bedürftigen Personenkreis gebundene Wohnungen, und wie viele einfach für jedermann zugängliche bezahlbare Wohnungen werden sollen.

Ich schreib jetzt nichts über derzeit billige Kredite. Ich schreib auch nicht, dass aufgenommen Krediten geschaffene Vermögenswerte gegenüberstehen, die Bilanz also gar nicht belastet wird. Das sind Dinge, die die Verwaltung viel besser darstellen kann.

Aber bevor jetzt wieder die ideologische Debatte losgeht „Das geht doch nicht, dass die Gemeinde als Bauherr und Vermieter auftritt!“ sei angemerkt: Geht und war alles schon da. Als in den Sechzigern kaum Lehrer dazu zu bewegen waren, aufs Land zu ziehen und hier zu arbeiten, da hat die Gemeinde Lehrerhäuser gebaut und vermietet. Da kamen die Lehrer. Später wurden die Häuser dann auch wieder privatisiert. Aber erstmal hat man gehandelt und damit Erfolg gehabt.

Wenn es einen Willen gäbe, gäbe es auch einen Weg!

Herzlichst

Ulf Moritz

 

 

https://ganderkesee.ratsinfomanagement.net/recherche (hier Sozialwohnung eingeben)

http://www.schuettke-haus.de/_downloads/2016_Grabungen_bis_Ostern.pdf

http://www.noz.de/lokales-dk/ganderkesee/artikel/669711/fur-mehr-bezahlbaren-wohnraum-im-landkreis-oldenburg

http://www.pestel-institut.de/themenbereiche/wohnungsmarkt/

5 Gedanken zu „Bezahlbarer Wohnraum in Ganderkesee“

  1. Lieber Ulf,
    bei uns in Süddeutschland sind die Aufgaben nicht anders und die Stadt Metzingen versucht neue Wege in Verbindung einer Bürgerstiftung mit dem Erbbaurecht. Siehe hierzu den Bericht in der Tagespresse im Link:
    http://www.gea.de/region+reutlingen/neckar+erms/buergerstiftung+und+erbbaurecht.4607963.htm

    Also viele Wege führen nach Rom. Vielleicht wäre ein Ideenaustausch mit den „Süddeutschen“ ganz hilfreich … man muss nicht alles selber erfinden.

  2. Hallo Ulf,
    das ist aus meiner Sicht ein durchaus interessanter Ansatz zum sozialen Wohnungsbau, mittesl einer Bürgerstiftung und dem Erbbaurecht.
    Wir sollten das mal prüfen lassen, ob sich so auch eine Option für unsere Gemeinde ergeben kann.

    1. Hallo Werner,
      es gibt wohl vieles, was andere schon getan haben. Detlev Diepenbrock weiß auch über den Weg Genossenschaft interessant zu erzählen. Vielleicht sprichst Du ihn mal an!
      Herzlichst
      Ulf

  3. Meine Frau und ich ( und kleiner, alter Hund) hatten im Frühjahr das Problem : Unüberbrückbare Differenzen mit dem Vermieter in Bookholzberg. Ein schneller Auszug unabwendbar. Meine Frau arbeitet in Bookholzberg, hat aber keinen Führerschein, ergo musste ein Wohnung in Bookholzberg her oder meine Frau gibt die Arbeitsstelle auf. Aber freie Wohnungen in Bookholzberg fast „Null“, bezahlbar schon gar nicht. Inzwischen wohnen wir 1/3 teurer aber in Bookholzberg. Meine Frau bräuchte eingentlich gar nicht arbeiten gehen, denn 1/3 mehr Miete frisst ihren Lohn völlig auf. Die Arbeitgeber meiner Frau, mussten in eine total verbaute kleine DHH ziehen ( 1250€ Miete ), da auf dem Wohnungsmarkt in Bookholzberg nichts zu kriegen ist. Auf einem guten Weg, sieht anders aus.

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