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Nun aber Tempo!

Marktplatz im Sauseschritt – ein Kommentar

Gestern war es noch eine sarkastische Prognose, nach der Sitzung des Ausschusses für Gemeindeentwicklung (der Name ist alles andere als Programm), steht fest: Der Handel verlagert sich so nach und nach in die neuen Zentren. Rathausstraße und Marktplatz werden weiter veröden. Anstrengungen, Rathausstraße und Famila-Zentrum zu verbinden, also die Geschäfte in der Rathausstraße zu stärken, wurden im Vorschlag der Verwaltung, den Herr Kreye vortrug, schon gar nicht mehr erwähnt. Nein, es kam noch eines drauf: Herr Kreye sagte zu Beginn seines Vortrags, dass er sich von den Vorarbeiten anderer Büros oder gar der Werbegemeinschaft / Gantermarkt, der QIN und irgendwelcher Bürger nicht hat „beeindrucken“ lassen. Er hat nach den Vorgaben der Verwaltung – Geld muss reichen – zwei Spielecken und einen Gastrobereich geplant. Und alles andere bleibt wie es ist.

Das Motto ist: „Erlebnis am Markt“

Erleben wird man am Markt, wie immer mehr Leerstand zu besichtigen ist.

Erleben konnte man in der Sitzung, worauf es der Verwaltung ankommt. Es ist ja so, dass die Bürgermeisterin vortragen lässt und selbst nur eingreift, wenn es wichtig wird. Und der Punkt  ist dann wirklich interessant. Nach vielem Hin und Her der Ratsmitglieder über Kleinigkeiten und Detailfragen (Hespe) und darüber, dass Bürger und QIN auch noch zu diesen Plan befragt werden sollten, stellt Frau Gerken-Klaas die Frage: „Aber es ist doch richtig, dass durch diese Beteiligung der vielen Gruppen der Fahrplan für diese Vorlage, nämlich dass der Vorschlag am 11.Mai im Verwaltungsausschuss beschlossen werden soll, nicht in Frage gestellt wird“. Das bestätigten die Ratsmitglieder.

Hauptsache: schnell vom Tisch!

Man redet ja auch schon viel zu lange darüber.

Klartext: Es wird noch vor dem 11.Mai eine Veranstaltung geben, zu der der Orts-und Heimatverein, die Anlieger, Gantermarkt, Vertreter von QIN und interessierte Bürger eingeladen werden. Also eine Riesengruppe von Menschen, deren Interessen grundverschieden sind, wird in einer einzigen, gemeinsamen Veranstaltung eine Menge von Vorschlägen wiederholen. Ihre Änderungswünsche werden in den Entwurf eingearbeitet oder auch nicht (wie von Herrn Kreye selbst gesagt, hat er sich bisher davon nicht beeindrucken lassen!) und dann wird im Verwaltungsausschuss, das heißt unter Ausschluss der Öffentlichkeit, abgestimmt.

Es ist die alte Geschichte in Ganderkesee: Es gibt eine Idee. Dann kommen die Bedenkenträger. Es zieht sich so dahin. Am Ende wird alles in die Tonne gehauen, aber doch irgendetwas gemacht. Kostet im Falle des Marktplatzes immerhin 400.000 Euro.

Übrigens ist auch das typisch für Ganderkesee: Für die Gestaltung des Marktplatzes war im Haushalt 2016 zunächst eine weitaus höhere Summe vorgesehen. Aber die wurde schon im Vorfeld zusammengestrichen, getreu dem Motto: Wir wissen zwar nicht, was wir wollen, aber das wird es kosten.

Am Rande der Sitzung wurde von der Verwaltung berichtet, dass die LzO das Gebäude am Marktplatz verlässt und gegenüber Famila ein neues Gebäude errichtet. (Grundstück Stolle, wo jetzt noch die Kegelbahnen sind). Noch ein wichtiges Geschäft an der Rathausstraße weg. Da macht es auch nichts, wenn der „Hackeparkplatz“ auch bald bebaut wird und die Parkplätze dort damit wegfallen. Wer will denn überhaupt noch in dahin?

Ja deshalb muss es jetzt auch alles ganz schnell gehen. Sonst müssen wir uns tatsächlich noch überlegen, was für eine Zukunft wir in Ganderkesee wollen. Wie sagte die Bürgermeisterin bei ihrer letzten Wahlveranstaltung: „Zukunft. Wir mögen keine Wolkenkuckucksheime!“

Aber wohl Klein-Klein.

Herzlichst

Ulf Moritz

 

4 Gedanken zu „Nun aber Tempo!“

  1. Gedanken zu dem am 21.04.2017 vorgestellten Entwurf für die Umgestaltung Marktes in Ganderkesee: Ich stelle mir vor, ich komme vom Famila-Parkdeck durch den Durchgang (wodurch werde ich dazu eigentlich angeregt?) auf den nach dem vorliegenden Kreye-Entwurf aufgehübschten östlichen Teil des Marktes und schaue über den westlichen Teil des Platzes, der ja so bleiben soll wie er ist, in Richtung Rathausstraße. Gegenüber sehe ich hinter nicht gerade schönen Hochbeeten einen Secondhand-Laden, rechts die ungepflegte Bude, die früher mal einen Imbiss beherbergt hat, links befindet sich die ehemalige LzO-Filiale, jetzt ggf. ein Leerstand. Was bewegt mich jetzt eigentlich, über den Platz in Richtung Ortszentrum, das ich nach diesem Anblick ja lediglich vermuten kann, zu schlendern und ihn nicht, wie eher zu anzunehmen ist, schleunigst wieder in Richtung Famila-Parkdeck bzw. –Parkplatz wieder zu verlassen? Und damit auch den Ort! Nichts! Oder soll die Döner-Bude, die jetzt offensichtlich in der früheren Bäckerei auf der Nordseite des Platzes entsteht, Aufenthaltsqualität suggerieren und obendrein noch zum Bummeln einladen? Was dem Entwurf fehlt, und das kann man nicht oft genug wiederholen, ist die Anbindung an die Rathausstraße! An dem jetzigen Zustand wird durch die Aufhübschung des östlichen Teilbereiches des Platzes nichts, aber auch gar nichts geändert. Die Forderung nach Anbindung des Parkplatzes auf dem Markt an die Rathausstraße, vorrangig durch Austausch der Platzbereiche, Veranstaltungs- / Marktfläche nach hinten (Osten), Parkfläche ggf. auch als Verfügungsfläche nach vorne an die Rathausstraße, besteht inzwischen seit nahezu 30 Jahren. Wenn Ganderkesee etwas an einem lebendigen Ortskern, und dazu tragen vielfältige kleine Geschäfte mehr bei als Verbrauchermärkte, gelegen ist, dann ist jetzt Zeit und Gelegenheit dies endlich zu machen! Wann, wenn nicht jetzt! Die Option, erst einmal mit dem Kreye-Entwurf anzufangen und dann zu schauen, ob und wann man vielleicht einmal weiter macht, ist nicht zielführend und verschiebt wieder mal nach Sankt Nimmerlein. Und auch bitte nicht warten bis wirklich auch der Allerletzte seine Andernorts vielleicht sogar angebrachten Ideen vorlegt hat!
    Gustav Förster, Ganderkesee, den 22.04.2016

  2. Hallo Ulf, vielen Dank für deine Ausführungen von der gestrigen Sitzung. War leider verhindert. Vom Werdegang des Marktplatzes wurde schon von G. ausführlich gesprochen.
    Doch was in der VW derzeit passiert, ist …. naja „Diktatur mit Befragung der Bürger“ wir sind ja „Bürgerfreundlich“. Im März hatten wir eine Mitgliederversammlung von GanterMarkt. Herr M. von der VW gab an, das es noch keine Neuerungen zum Marktplatz gäbe. Auf Nachfrage eines Zeitrahmens bekamen wir keine Antwort. Nur soviel, es gehen noch Vorschläge von Bürgern ein. Stimmt! Herr Kreye ist Bürger!! Ich weiß nicht, was bei Menschen (VW) durch den Kopf geht, wenn es um Gemeindeentwicklung geht. Hier findet nur noch eine Entwicklung im großen (Netto) statt. Der Einzelhandel bleibt auf der Strecke. Alle haben vergessen, das Politik und VW viel Geld ausgegeben haben , als das Projekt QIN erfolgreich gestartet wurde. Jeder hat sich im Erfolg gesuhlt und heute weiß keiner mehr etwas davon. Die Sache ist noch nicht ausgestanden. Hoffe auf massiven Protest seitens der Geschäftsleute und Eigentümer .
    Liebe Grüße

    1. Liebe Renate, wenn Du mit VW Verwaltung meinst und mit Herrn M. den Fachbereichsleiter Meyer, dann muss ich Dir Recht geben. Der Vorschlag von Herrn Kreye ist aber auch so ausgefeilt, dass er ihn sicher in einer Woche fertig gehabt hat. Insofern kann man sehen, was ein Fachmann ohne Beeinflussung von Bürgern in kürzester Zeit aufstellen kann. (Für alle ohne Humor: das war ein Scherz! Wenn auch ein Bitterer)
      Ich drücke der Rathausstraße die Daumen!
      Liebe Grüße

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