Rettungswagen

Das DRK und die Verantwortung – Was Expolitiker von Margot Käsmann lernen können.

Da gibt es einen Skandal: Es geht um Abrechnungsbetrug des DRK – Rettungsdienstes zu Lasten des Landkreises Oldenburg. Das bestreitet auch niemand. Nein im Gegenteil: das DRK hat sogar schon 100.000 Euro an den Landkreis zur Absicherung von Rückforderungen  überwiesen.

Die Betrugsmasche funktionierte laut NWZ (31.5.16) so, „dass ehrenamtliche Mitarbeiter Aufwandsentschädigungen für ihre Arbeit im Rettungsdienst erhielten. 2,05 Euro pro Stunde soll es gegeben haben. Mit dem Landkreis allerdings seien dann 7,50 Euro abgerechnet worden. Bei manchmal mehreren hundert Ehrenamts-Stunden pro Monat machte das DRK so einen stattlichen Gewinn.“

Das ist alles in den Zeitungen berichtet worden und es tut mir für die ehrenamtlichen Mitarbeiter beim DRK leid, die sich einer guten Sache verschrieben haben und nun in einen Betrugsskandal hineingezogen werden.

Es geht aber auch um eine Geschichte, die offensichtlich schon seit Jahren läuft. In Rede stehen Abrechnungen von 2011 an. Der langjährige Geschäftsführer ist Ende letzten Jahres schon gefeuert worden. Eines sollte klar sein: Ein solcher Betrug über Jahre kann nicht das Werk eines einzelnen Geschäftsführers allein sein. Es wird da sicher Mitwisser und Mittäter gegeben haben. Und so steht die Kündigung der Verträge auf der Agenda des Landkreises.

Einmal konnten der DRK Kreisvorsitzende Gerold Sprung und der Präsident des Landesverbandes Dieter Holzapfel noch einen Aufschub der Entscheidung beim Landkreis erwirken.

Man kennt sich: Gerold Sprung langjähriger Gemeindedirektor und Ex-Bürgermeister von Ganderkesee und Dieter Holzapfel, Ex-Oberbürgermeister von Oldenburg sind nicht von ungefähr in diese Posten gewählt worden. Solche Verbindungen zahlen sich eben in genau solchen Situationen aus. Da hat ein Verband zu Lasten der Steuerzahler und der Kranken betrogen und das nicht nur einmal sondern über Jahre. Da wäre sofort der Vertrag zu kündigen, denn wie will man bei einer solchen Geschichte dieser Organisation trauen?  Wenn das kein „wichtiger“ Grund ist, was dann? In Köln würde man das Klüngel nennen.

Vorsitzende und Präsidenten lassen sich gern feiern für ihr ehrenamtliches und selbstloses Engagement. Als Ex-Bürgermeister oder Ex-Oberbürgermeister hätten sie es ja eigentlich nicht mehr nötig, sich ein so verantwortungsvolles Amt aufzubürden. Aber sie stellen sich doch zur Verfügung. Einer muss es ja tun. (Seufz!)

Aber übernehmen sie auch Verantwortung? Sie führen (angeblich) diese Gruppierungen.

Margot Käßmann war die Ratsvorsitzende der evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD). Als sie beim Autofahren mit zu viel Alkohol im Blut erwischt wurde, trat sie von diesem Amt zurück. Sie hat damit Verantwortung für sich selbst übernommen und Schaden von dem Amt ferngehalten. Respekt.

Sprung und Holzapfel aber tun so, als hätten sie mit den betrügerischen Vorgängen nichts zu tun. Wenn sie auch selbst nicht betrogen haben, müssen sie sich aber vorwerfen lassen, dass unter ihrer Führung solche Betrügereien möglich waren.  Sie sollten von Frau Käßmann lernen, die auch heute noch allseits Respekt und Achtung genießt.

Die Mitglieder des Kreisausschusses wollen am Montag (13.6.) entscheiden, wie es weiter geht. Die Frage ist, was schwerer wiegt: Der offensichtliche und riesige Betrug über Jahre oder die Tatsache, dass man sich kennt?

Wir werden es erleben.

Herzlichst

Ulf Moritz

 

3 Gedanken zu „Das DRK und die Verantwortung – Was Expolitiker von Margot Käsmann lernen können.“

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